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Einzelhändler (und die, die sich dafür halten)

Eigentlich ist es ja nicht meine Art, mich öffentlich aufzuregen – normalerweise mache ich stattdessen eine Faust in der Tasche, denke mir meinen Teil und setze meine Zeit und meine Energie für sinnvolle Aktivitäten ein … aber jetzt muss ich mir doch mal Luft machen:

Alle sind privat ständig online, per Facebook, WhatsApp etc. ständig erreichbar – aber im geschäftlichen Bereich setzt es dann aus, da funktioniert dann selbst die grundlegendste Form der Kommunikation nicht mehr. Das hat ja noch nicht mal zwingend was mit „Gewerbe“ oder „Professionalität“ zu tun (obwohl es gerade auch da zu den Grudlagen gehören sollte), das ist einfach eine elementare Frage der Höflichkeit.

Wenn mir jemand eine Frage stellt, dann antworte ich darauf! Wenn mich jemand anschreibt (egal ob per Email, Post oder Brieftaube), dann reagiere ich darauf! Das erwarte ich auch von jedem, mit dem ich zusammenarbeite oder der mit mir zusammenarbeiten möchte.

Ich kann mittlerweile jeden Gewerbetreibenden verstehen, der auf eine Zusammenarbeit mit einer der wie Pilze aus dem Boden sprießenden „Fachvermietungen“ keine Lust mehr hat – mir vergeht die Lust auch immer mehr.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen. Mit einigen Läden arbeiten wir schon lange und sehr gerne zusammen – aber die zu finden hat dann schon was von einem Lottogewinn.

Um das noch mal klar und deutlich zu sagen: Es geht hier nicht um die Frage, ob sich meine wunderdinge in einem Laden gut verkaufen oder nicht (obwohl das für eine weiter Zusammenarbeit natürlich auch immer ein ganz zentraler Punkt ist 😉 ), es geht um die Art und Weise der Zusammenarbeit, um das „Miteinander“, um die Kommunikation.

Oft ist die Kommunikation in dem Moment beendet, in dem meine Warenlieferung im Laden angekommen ist. Oft sind Verträge und / oder AGB das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind. Oft rennt man Abrechnungen lange – und oft auch vergeblich – hinterher. Oft werden Nachfragen zum Warenbestand, zu notwendigen Nachlieferungen oder zu möglicherweise sinnvollen Sortimentsänderungen komplett ignoriert.

Ich will keine Brieffreundschaft mit den Läden, die meine Artikel verkaufen, ich will nicht jeden Tag über die getätigten Verkäufe oder die begeisterten Kommentare der Ladenbesucher informiert werden, ich brauche keine stundenlangen Telefonate mit meinen Vertriebspartnern (dazu habe ich auch gar keine Zeit) – aber ich will verdammt noch mal eine Antwort, wenn ich eine Frage gestellt habe.

Richtig ärgerlich wird es dann oft noch mal zum Ende der Zusammenarbeit, wenn es um die Rücksendung der restlichen Ware geht: Da wartet man dann gerne trotz bereits bezahlter Versandkosten wochenlang auf seine Ware, während Emails mit Rückfragen zum Stand der Dinge selbstverständlich großzügig ignoriert werden und der Laden telefonisch nur noch erreichbar ist, wenn man mit unterdrückter Nummer anruft. Was denken die Inhaber sich dabei? Wie unverschämt ist das denn, das Eigentum anderer Leute einfach mal auf unbestimmte Zeit zu behalten?

Da habe ich direkt das nächste „Ärger-Stichwort“: Umgang mit dem Eigentum anderer. Ist es zuviel verlangt, wenn ich erwarte, dass mit meinen Waren pfleglich umgegangen wird? Dass ich meine Artikel zumindest annähernd in dem Zustand zurückbekomme, in dem ich sie ausgeliefert habe? Die Antwort darauf lautet ärgerlicherweise meistens: Ja, das ist zuviel verlangt. 🙁

So – genug aufgeregt. 😉

Zum Schluss ein ganz ganz großes DANKE an all unsere Partner, die ihr Business genau so ernst nehmen wie wir, die wie wir den Spaß am Kontakt mit ihren Geschäftspartnern noch nicht verloren haben und die gemeinsam mit uns Energie in eine für alle Beteiligten erfolgreiche Zusammenarbeit investieren.